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SG Leipzig Leutzsch e.V.

Zwölf Tore für guten Zweck

Die Kreisliga-Fußballer des VSC Reichenbach haben am Samstag 1:11 beim Landesliga-Team der SG Leipzig Leutzsch den Kürzeren gezogen. Allerdings war das Ergebnis beim Benefizspiel Nebensache.


Leipzig. Beim Stand von 10:0 hatten die Leutzscher ein Einsehen mit den bei dichtem Schneetreiben tapfer kämpfenden Vogtländern. Mit einem "Missverständnis" machten zwei Leipziger Abwehrspieler im Alfred-Kunze-Sportpark den Weg zum Ehrentreffer für den VSC Reichenbach frei. Christian Lange nahm die Einladung dankend an und markierte das 1:10. "Das war eine sympathische Geste der Leutzscher", sagte Vorlagengeber Ronny Ullrich, der die Partie initiiert hatte.
Ein großes Herz hatte der Nachfolgeverein des einstigen FC Sachsen Leipzig bereits im Dezember bewiesen. Als die Leutzscher über Ronny Ullrich vom Schicksal der an einem seltenen Immundefekt leidenden kleinen Nele aus Reichenbach erfuhr, ging von Jamal Engel, Vizepräsident der SG Leipzig Leutzsch, die Initiative für das Benefizspiel aus. Da für Nele in der Zwischenzeit zwei potenzielle Spender gefunden wurden, einigten sich die Vereine und ihre Förderer darauf, den Erlös der Veranstaltung dem in Dresden ansässigen Verein Knochenmarkspende Sachsen zu Gute kommen zu lassen.
Darüber freute sich auch Neles Oma Marlies Pocklitz, die mittlerweile den Verein Löwenherzen gegründet hat, um Menschen mit ähnlichen Krankheitsbildern in der Familie helfen zu können. Sie war am Samstag als Vereinschefin mit in Leipzig und begeistert. "Das war mit dem Fußballspiel, der Tombola und vielen anderen Aktionen wirklich eine top vorbereitete Veranstaltung", sagte die Reichenbacherin gestern. Das heftige Schneetreiben kostete die Organisatoren zwar den ein oder anderen Zuschauer, doch am Ende ließen sich gut 150 Personen, darunter die komplette Leutzscher Mannschaft, typisieren. In den nächsten Tagen wird sich herausstellen, ob einer davon als Knochenmarkspender infrage kommt. "Es gibt viele Kinder mit einem ähn- lichen Schicksal wie Nele", weiß Marlies Pocklitz.
Auf dem Spielfeld wurde der Vier-Klassen-Unterschied von der ersten Minute an deutlich. Die von Dirk Havel und Frank Blumtritt trainierte Elf der Hausherren ließ auf dem tückischen Schneeboden Ball und Gegner laufen und markierte in regelmäßigen Abständen ihre Tore. Reichenbach dagegen kam bis zum Ehrentreffer nur einmal gefährlich vors Gehäuse der Leutzscher. Die brachten später mit dem 10:0 ihren Mann an der altehrwürdigen Anzeigetafel, die nur einstellige Ergebnisse zulässt, in Probleme. "Es war trotz der Packung ein großartiges Erlebnis", befand Ronny Ullrich.
In der Halbzeitpause hatten sich die E-Jugend-Mannschaften der beiden Vereine gegenübergestanden. Dabei zogen die Reichenbacher 0:2 den Kürzeren. Für die Kinder gibt es schon bald ein Wiedersehen. Dann werden die Leutzscher Jungs, mit denen der VSC seit mehreren Jahren eine Sportfreundschaft pflegt, zu einem gemeinsamen Trainingswochenende im Vogtland erwartet.

Statistik
SG Leipzig Leutzsch: Schmedtje (46. Sudarski), Neidhold, Matthe, Bury, Schmidt, Schaaf, Ledwoch, Wororzay, Müller, Schröer, Markus.
VSC Reichenbach: Leißner (59. Bemmann), Schwab, Rieschel (59. Ullrich), Krüger, Bergmann, Erdt, Tiepner, Reiher, Denndorfer (59. Lange), Sörgel, Christukat.
Tore: 1:0 Ledwoch (8.), 2:0 Schröer (20.), 3:0 Markus (34.), 4:0 Wororzay (37.), 5:0 Müller (39.), 6:0/7:0 Markus (60./73.), 8:0 Schaaf (74.), 9:0/10:0 Schröer (76./78.), 10:1 Lange (81.), 11:1 Müller (83.). Zuschauer: 198. Schiedsrichter: Clement.

Quelle: Freie Presse

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